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Die Situation herrenloser Hunde in Spanien
Jährlich landen etwa 5000 Hunde in den zahlreichen Tierheimen auf Mallorca. Dabei handelt es sich um entlaufene, abgegebene, ausgesetzte, misshandelte sowie nicht artgerecht gehaltene Hunde. Sie kommen normalerweise in das städtische Tierheim “Son Reus” in Palma. Dort werden die Tiere, die nicht innerhalb von 21 Tagen vom Besitzer abgeholt werden, getötet und anschließend verbrannt. Auch in Deutschland werden solche Tiere in Tierheimen abgegeben. Allerdings werden diese Tiere in deutschen Tierheimen artgerecht behandelt sowie gepflegt und es wird versucht, die Tiere zu vermitteln. In Spanien, eigentlich in allen südlichen Ländern Europas ist es anders. Auch eine Kastration ist dort sehr unpopulär und die Tiere vermehren sich zusätzlich. Inzwischen werden auch in Spanien Welpen mit einem implantierten Chip verkauft, sodass der Besitzer festgestellt werden kann. Allerdings müssen noch viele Menschen überzeugt werden, dass auch Hunde und Katzen Lebewesen sind und eine artgerechte Behandlung verdienen.
In den letzten Jahrzehnten haben sich viele Tierschützer für diese Tiere eingesetzt. Auch PETA “People for the ethical treatment of animals” ist in Spanien mittlerweile vertreten und sehr aktiv. Derweil gibt es fast in jedem Bezirk Mallorcas “Perreras”, dabei handelt es sich um Tierheime, die zumeist von freiwilligen Helfern geleitet werden (z.B. die Perrera in Ses Salines auf Mallorca). Existieren können diese Tierheime nur durch Spenden. Fast jedes Tierheim hat eine Internetseite und veröffentlicht Fotos sowie Informationen zu ihren Tieren. Dadurch verhindern sie, dass die herrenlosen Hunde und Katzen getötet werden. Alle Tiere werden von Tierärzten untersucht und geimpft. Außerdem kostet das Futter, die Unterkunft sowie die Pflege der Tiere auch Geld. Jeder, der sich entschließt, ein Tier aus einem der vielen Tierheime zu übernehmen, zahlt nur die bisher entstandenen Kosten. Dafür bekommt er einen Hund, der sicher sehr dankbar für die Liebe und Fürsorge ist.
Momentan werden viele dieser Tiere nach Mitteleuropa vermittelt. Auf Dauer ist es sicher keine Lösung des Problems. Aber die Tierschutzorganisationen arbeiten zusätzlich daran, dass die Menschen Verständnis für ihre Tiere haben und sie artgerecht behandeln. In den letzten zwanzig Jahren hat sich einiges verändert und viele Bewohner der Insel bemühen sich auch um die herrenlosen Tiere. Die meisten Behörden bestehen nicht mehr auf eine Tötung innerhalb von drei Wochen, sondern geben den Perreras mehr Zeit, die Tiere zu vermitteln. Natürlich sind gepflegte Tiere besser zu vermitteln. Deshalb opfern die Helfer viel Zeit, um die Tiere aufzupäppeln und zu pflegen. Zuerst werden sie entfloht und geimpft sowie tierärztlich untersucht. Allein durch das regelmäßige Futter sehen die Tiere nach kurzer Zeit schon besser aus. Außerdem lernen die Tiere, wieder Vertrauen zum Menschen aufzubauen.
Weitere Informationen: Audio-Interview mit einer Mitarbeiterin einer Perrera auf Mallorca.



