JugendFEIER – eine über 150jährige Tradition 2012 wieder in Oldenburg
Die JugendFEIER, früher auch Jugendweihe genannt, hat eine lange Tradition in Deutschland. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird sie als Alternative zur Konfirmation und Firmung für religionsfreie junge Menschen durchgeführt, damit die Jugendlichen den Schritt in das Erwachsenenleben mit einem würdigen Festakt begehen können. Sie stellt damit den weltlichen Gegenpart zu religiösen Aufnahmeritualen in die Gesellschaft dar.
Unter dem nationalsozialistischem Regime wurden Vereinigungen von Freidenkern verboten und damit auch deren Jugendweihe, die von den Nationalsozialisten übernommen und für eigene Zwecke missbraucht wurde. Es war nicht im Sinne des NS-Regimes, dass die jungen Menschen zu Freiheit in Denken und Handeln erzogen wurden. Während sich im Westen die Jugendweihen für religionsfreie Menschen nach Ende des 2. Weltkrieges wieder als freiwilliger Akt und Ausdruck eines selbstbestimmten Lebens etablierten, nutzte die DDR die Jugendweihe zu staatspolitischen Zwecken. Ende der 80er Jahre wurde vielerorts die Jugendweihe in JugendFEIER umbenannt, um sich auch namentlich von der staatspolitischen Jugendweihe der DDR abzugrenzen.
Die Teilnahme an einer humanistischen JugendFEIER ist eine freie Entscheidung von Jugendlichen und verpflichtet nicht zu einer Mitgliedschaft im humanistischen Verband. Auch wird hier nicht, wie irrtümlich oft angenommen, ein Gelöbnis abgelegt, um einer politischen, religiösen oder sonstigen Ideologie zu folgen. Es ist vielmehr das Bekenntnis zu einer freien Lebensauffassung im Sinne des Humanismus. So wird zum Ende des Festaktes auch traditionell das Lied „Die Gedanken sind frei“ als Ausdruck für Freiheit und Unabhängigkeit gesungen.
In der Vorbereitungszeit beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen der Ethik und Philosophie. Ziel ist es, bei den jungen Menschen ein Bewusstsein für das eigene Denken und Handeln zu schaffen und zu lernen, Verantwortung zu übernehmen. Es sind die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben, frei von politischen oder religiösen Dogmen, die den Jugendlichen vermittelt werden. Gemeinsame Ausflüge und Wochenendfreizeiten runden das Programm ab. Der Festtag selbst wird von den Jugendlichen mitgestaltet. Wenn die jungen Erwachsenen in ihrer bunten Festgarderobe auf der Bühne stehen und selbstbewusst an das Mikrofon treten, spätestens dann wird den Eltern klar, dass aus ihren Kleinen ganz große Persönlichkeiten geworden sind.
Im Frühsommer 2011 feierte der Ortsverband Hannover des Humanistischen Verbandes Niedersachsen seine 125. Jugendfeier im Theater am Aegi in Hannover. Über die Veranstaltung wurde in der Tagespresse und im NDR Fernsehen berichtet. Ein Zusammenschnitt des Filmbeitrags der TVN Group Hannover, die diese Feier in Bild und Ton dokumentarisch festhielt, ist auf YouTube unter „125 Jahre Jugendfeier“ zu sehen.
Mittlerweile gehören rund 35 % der Bevölkerung in Deutschland keiner Religion an, Tendenz steigend. Damit nimmt auch die Nachfrage nach Jugendfeiern für religionsfreie Jugendliche stetig zu. Um dem Bedürfnis nach einem Festakt für Jugendliche nachzukommen, bietet der Humanistische Verband Niedersachsen landesweit JugendFEIERn an.
Im Frühjahr 2012 wird es in Oldenburg wieder eine Jugendfeier geben.
Gemeinsam mit dem Landesverband Niedersachsen und dem Regionalverband Weser Ems haben die Humanisten folgende Vorbereitung und Durchführung der JugendFEIER 2012 geplant:
- Infotreffen für Eltern- und TeilnehmerInnen am 12.01.2012 um 19.00 Uhr im Seminarraum 1 des PFL, Peterstr. 3, Oldenburg
- Wochenende zum Kennenlernen und u.a. zum Thema Welt- und Menschenbilder
- 2 Tagesseminare in Oldenburg (Themen: Genuss und Drogen; Kinder- und Menschenrechte)
- 1 Wochenendseminar in Osnabrück (Verantwortung und Zivilcourage)
- Vorbereitungstreffen für die Jugendfeier (Termin wird mit den TeilnehmerInnen vereinbart)
- JugendFEIER am 06.05.2012
Nähere Informationen:
oldenburg.humanisten.de
Peter Blohm (Vorsitzender HV Oldenburg)
Tel. (0441) 88 29 43
Autoren: Inke Winter, Lutz Renken
Humanistischer Verband Niedersachsen
Aktualisiert am 7. Dezember 2011



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